Vorbeugung
Vorbeugung
Stürze gehören zu den häufigen Ursachen von Verletzungen bei älteren Menschen, und viele passieren zu Hause auf vertrauten Wegen. Die gute Nachricht: Das Risiko lässt sich ohne Umbau deutlich senken – mit Licht, Ordnung auf dem Boden und Halt dort, wo er gebraucht wird. Im Folgenden der Rundgang durch die Wohnung Schritt für Schritt.
Eine Wohnung, in der jemand dreißig Jahre gelebt hat, wirkt gerade deshalb sicher, weil man sich an sie gewöhnt hat. Betrachten Sie sie mit den Augen eines Menschen, der schlechter sieht und das Gleichgewicht langsamer hält.
Bevor Sie beginnen
- Eine halbe Stunde freie Zeit und innere Ruhe – es ist kein Großputz
- Ein Notizblock oder eine Notiz im Handy, um festzuhalten, was zu ändern ist
- Eine Taschenlampe, um zu prüfen, wie die Wege im Dunkeln aussehen
- Die Möglichkeit, den Weg gemeinsam mit dem Menschen zu gehen und ihn nach seiner Meinung zu fragen
- Die Bereitschaft, eins nach dem anderen zu ändern und nicht alles auf einmal
Gehen Sie den gewohnten Weg gemeinsam
Bitten Sie Ihren Angehörigen zu zeigen, wie er normalerweise vom Bett in die Küche, ins Bad und zur Toilette geht. Notieren Sie, wo er sich an Möbeln festhält, langsamer wird oder einem Hindernis ausweicht.
Fiktives Beispiel: „Hält sich im Flur an der Kommode fest, die wackelt; vor der Küche steigt er über ein Kabel.“
Sorgen Sie für mehr Licht
Gute Beleuchtung ist eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Stürze. Ein Lichtschalter sollte am Zimmereingang und am Bett griffbereit sein, und nachts beleuchtet ein Nachtlicht am besten den Weg zur Toilette.
Fiktives Beispiel: „Ein Nachtlicht in den Flur stellen, die Lampe näher ans Kopfende rücken.“
Machen Sie den Boden frei
Räumen Sie Kabel, Kisten, Zeitungsstapel und niedrige Gegenstände, über die man leicht stolpert, aus dem Weg. Der Durchgang muss auch dann frei bleiben, wenn der Mensch mit Gehhilfe geht oder gestützt wird.
Kümmern Sie sich um Teppiche und Schwellen
Rutschige Läufer entfernen Sie besser oder befestigen sie sicher; Teppichkanten dürfen sich nicht hochbiegen. Hohe Schwellen sind eine häufige Falle: Man kann sie abflachen oder zumindest mit einem kontrastreichen Streifen markieren.
Fiktives Beispiel: „Den kleinen Vorleger am Bett wegnehmen, auf die Badschwelle ein leuchtendes Klebeband kleben.“
Prüfen Sie Bad und Toilette
Ein nasser, glatter Boden und fehlender Halt machen diese Räume am gefährlichsten. Haltegriffe an Wanne und Toilette und ein rutschfester Bodenbelag bieten Halt im unsichersten Moment.
Schauen Sie sich das Schlafzimmer an
Der Mensch sollte bequem aufstehen können: ein stabiles Bett in passender Höhe, Licht, das sich im Liegen einschalten lässt, und Halt in der Nähe. Brille, Telefon und Wasser liegen am besten in Reichweite.
Prüfen Sie Treppe und Eingang
Gibt es im Haus Stufen, braucht es ein stabiles Geländer und gutes Licht auf der ganzen Treppe. Stufen und der Bereich vor der Haustür sollten nicht mit Schuhen und Taschen zugestellt sein.
Erzählen Sie der Ärztin oder dem Arzt von Ihren Beobachtungen
Ist der Mensch bereits gestürzt, ist er unsicherer geworden oder klagt er über Schwindel, sagen Sie es in der Arztpraxis. Die Ursachen können ganz unterschiedlich sein, und klären sollte sie eine Fachperson, nicht die Familie.
Fiktives Beispiel: „Innerhalb eines Monats zweimal beim Aufstehen aus dem Bett das Gleichgewicht verloren.“
Häufige Fehler
- Alles an einem Tag umstellen und den Menschen aus seinen gewohnten Wegen bringen
- Nachts völlige Dunkelheit lassen, damit „das Licht nicht stört“
- Glauben, wer bisher nicht gestürzt ist, werde auch nicht stürzen
- Sich zum Abstützen auf wackelige Möbel oder einen Handtuchheizkörper verlassen
- Für den Angehörigen entscheiden, ohne ihn zu fragen, wo es ihm selbst schwerfällt
- Der Ärztin oder dem Arzt einen Sturz verschweigen, weil „nichts passiert ist“
Wenn es so nicht klappt
- Wenn sich Haltegriffe nicht sofort anbringen lassen, entfernen Sie wenigstens rutschige Läufer und sorgen Sie für mehr Licht
- Wenn der Mensch Veränderungen ablehnt, beginnen Sie mit dem Raum, in dem das Risiko am größten ist
- Wenn Sie getrennt wohnen, bitten Sie Nachbarn oder Verwandte, die Wohnung anhand dieser Liste zu prüfen
- Wenn Sie unsicher sind, was sonst noch möglich ist, fragen Sie beim nächsten Termin Ärztin, Arzt oder Pflegekraft
Ergebnis prüfen
- Auf dem Weg vom Bett zur Toilette gibt es nachts Licht
- Rutschige Läufer sind entfernt oder befestigt
- Die Wege sind frei von Kabeln und Kisten
- In Bad und Toilette gibt es Halt
- Wichtige Kleinigkeiten liegen in Reichweite
- Die Ärztin oder der Arzt weiß von Stürzen und Gleichgewichtsproblemen
Raum für Raum
| Wo | Was prüfen | Was sich tun lässt |
|---|---|---|
| Flur | Licht, Kabel auf dem Boden, Schuhe an der Tür | Nachtlicht, Kabel an die Wand verlegen, Schuhregal |
| Schlafzimmer | Betthöhe, Lichtschalter, Halt in der Nähe | Lampe am Kopfende, stabiler Stuhl oder Haltegriff daneben |
| Bad | Rutschiger Boden, Halt an der Wanne | Rutschfester Belag, Haltegriffe |
| Toilette | Möglichkeit, sich beim Aufstehen abzustützen | Seitlicher Haltegriff, Licht für die Nacht |
| Küche | Benötigte Dinge in den oberen Fächern | Häufig Genutztes auf Griffhöhe umräumen |
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Quellen
- WHO – Materialien zur Sturzprävention
- WHO – Materialien zum gesunden Altern
- Gesundheitsministerium Russlands – Merkblätter für die Bevölkerung
- Empfehlungen zur Pflege von Menschen mit eingeschränkter Mobilität
Die Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Erstellung. Wie häusliche medizinische Versorgung, soziale Unterstützung und Formalitäten geregelt sind, unterscheidet sich von Land zu Land und kann sich ändern – fragen Sie bei Ihrer Arztpraxis sowie den örtlichen Gesundheits- und Sozialdiensten nach.